Auf ein Wort - Jahreslosung 2010

Liebe Leserin, lieber Leser!

 

Die Hand ballt sich zur Faust zusammen. Der Arm ist angewinkelt und die Muskeln spannen sich zu einer festen Wölbung. „Fühl mal, was ich für starke Armmuskeln habe!“, das ist ein beliebtes Spiel unter Jungen wie Mädchen, die ihre Kräfte erproben, ihre Stärke feiern und unerschrocken zur Schau stellen wollen. Das hat etwas Unbefangenes, denn die Freude gilt dem Staunen an der eigenen Entwicklung.

 

Als Erwachsene haben wir solch eine Unbeschwertheit meist abgelegt. Wir sind diplomatisch genug, unsere Kraft und Stärke eher herunterzuspielen, wenngleich wir nicht weniger unter Druck stehen, stark sein zu müssen, uns im Beruf oder auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten, in der Familie zu beweisen. Das Spielerische im Umgang mit unseren Stärken ist verlorengegangen, jetzt heißt es nur noch: „Zähne zusammenbeißen. Ich muss stark sein, sonst komme ich unter die Räder!“. Permanenter Druck kann erschöpfen, manchmal auch müde und krank machen.

 

Die Jahreslosung lädt uns ein, die elende Angst, stark sein zu müssen und das Leben im Griff halten zu müssen, abzulegen. Wir dürfen einfach mal eine Pause einlegen, mal nicht sofort eine Lösung parat haben, mal das „Leben schwänzen“. Statt vor den Konsequenzen zu erschrecken, dürfen wir dem vertrauen, der uns die Kraft zum Leben schenkt.

 

Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht!

Glaubt an Gott und glaubt an mich!      

Johannes 14,1                                           

 

„Glaubt an Gott und glaubt an mich!“. Glaubt und verzagt nicht. Das sagt sich manchmal leicht. In der Tat war es ein Schock für die Jüngerinnen und Jünger, als Jesus sie verließ. Aber sie erinnerten sich an seine Worte und Taten, sie fassten Mut und das Evangelium breitete sich aus über die ganze Welt – bis heute.

 

Auch für uns gilt, wir müssen vor den Aufgaben und Ungewissheiten des neuen Jahres nicht erschrecken, vielmehr dürfen wir uns Gott anvertrauen. Denn seine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Verlassen wir uns darauf, dass Gott uns die Kraft schenkt, die wir für den nächsten Schritt brauchen. Glauben ist eine wunderbare Lebenshaltung. Sie ermöglicht Freiheit zum Leben. Ich weiß, wo ich stehe, ich erfahre mich gehalten von der großen Lebenskraft Gottes und kann mutig auf das Leben zugehen. Dann können wir gelassener werden und uns wie Kinder an dem freuen, was uns im neuen Jahr geschenkt wird: an Kraft, Lebensmut und neuen Perspektiven.

 

Ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen Pfarrerin Astrid Kühme.